Twitter, mir graut vor Dir!
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Ich fuhr neulich mit einem Zug durch Deutschland, als ich auf Twitter über einen Post auf einen Benutzer stieß, der systematisch andere Benutzer auf das Übelste herabwürdigte. Ich hatte derart Übles schon länger nicht mehr gesehen, sodass ich mich genötigt sah, der Benutzer zu melden.
Die Kette der Dialogschritte, die dazu nötig war, unterschied sich deutlich von jener, die ich aus Österreich kenne. Die Texte lauteten wie folgt:
Schritt 1
Hilf uns dabei, das Problem zu verstehen. Was stimmt mit diesem Tweet nicht?
- Ich bin an diesem Tweet nicht interessiert
- Verdächtig oder Spam
- Er ist missbräuchlich oder verletzend
- Fällt unter das Netzwerkdurchsetzungsgesetz
- Es lässt die Absicht von Selbstverletzung oder Selbstmord erkennen.
Schritt 2
Inwiefern ist dieser Tweet missbräuchlich oder schädigend?
- Beinhaltet private Informationen
- Diese Person ermutigt zu Selbstmord oder Selbstverletzung oder denkt darüber nach
- Fällt unter das Netzwerkdurchsetzungsgesetz
Schritt 3
Was melden Sie? Beachten Sie bitte, dass Ihre Meldung von Twitter nur entgegengenommen und überprüft wird, wenn Sie dieses Formular vollständig ausfüllen und auf „Absenden” klicken. (Für eine zusätzliche Option, bitte nach unten scrollen.)
- Hass schürende / verfassungswidrige Inhalte
- Terrorismus Gewalt / Bedrohung / Aufforderung zu Straftaten
- Sexueller Missbrauch von Kindern
- Beleidigung / Üble Nachrede
Schritt 4
Gegen welches Gesetz wird verstoßen?
- Paragraph 86 StGB: Verbreiten von Propagandamitteln verfassungswidriger Organisationen
- Paragraph 86a StGB: Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen
- Paragraph 130 StGB: Volksverhetzung
Schritt 5
Diese Aktionen sind …
- Gegen mich gerichtet (z. B. @Erwähnung, Name, Spitzname oder Pseudonym)
- Gegen jemanden gerichtet, den ich gesetzlich vertrete (z. B. meinen Klienten oder mein Kind)
- Gegen andere gerichtet (z. B. einen Freund oder eine Gruppe)
Schritt 6
Über Sie selbst: Ich erstatte die Meldung:
- Für mich selbst
- Für eine Beschwerdestelle
- Für eine staatliche Behörde
Schritt 7
Ich verstehe, dass die gemeldeten Inhalte auf potenzielle Verstöße gegen die Allgemeinen Geschäftsbedingungen von Twitter und/oder das deutsche Strafrecht untersucht wird und dass ich eine Beschwerde einreiche, die gemäß dem Netzwerkdurchsetzungsgesetz zur Löschung oder zur Vorenthaltung von Inhalten in Deutschland führen kann. Ich verstehe, dass ich mit dieser Beschwerde einen schwerwiegenden Vorwurf erhebe.
Alle in dieser Beschwerde enthaltenen Informationen sind wahr und korrekt und ich reiche diese Beschwerde ein, weil ich in gutem Glauben der Ansicht bin, dass eine Verletzung der Allgemeinen Geschäftsbedingungen von Twitter oder diese Angelegenheit an die Lumen-Datenbank gemeldet, im Twitter Transparenzbericht aufgeführt und in gesetzlich vorgeschriebene öffentliche Berichte und Berichte an Behörden aufgenommen werden kann. (Um fortzufahren, bitte nach unten scrollen.)
Ich verstehe, dass sich durch die Einsendung unvollständiger, ungültiger oder falscher Meldungen die Wahrscheinlichkeit verringern kann, dass diese Meldung (sowie zukünftige Meldungen) von den Twitter Systemen überprüft oder akzeptiert werden.
Ich verstehe, dass die Einsendung falscher Meldungen über Verstöße gegen die Allgemeinen Geschäftsbedingungen oder von falschen Rechtsbeschwerden zur Unterdrückung der Inhalte anderer Nutzer ein missbräuchliches Verhalten im Rahmen der Twitter Regeln darstellen kann und dass wiederholte Verstöße zur dauerhaften Sperrung meines Accounts (sowie eventuell vorhandener verknüpfter Accounts) führen können.
Signatur
Ich frage mich nun:
-
Will ich ein Service weiter benutzen, dass einerseits so unheimlich viele Schritte einer Meldung in den Weg stellt, um nur nicht selbst agieren zu müssen.
-
Wie finde ich es, dass Twitter mir droht, wenn ich ihm helfen will, seine menschenverachtenden Inhalte zu finden?
Ich genieße die Inhalte vieler Freunde und Bekannter, aber Twitter selbst wird mir mehr und mehr unsympatisch.
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